Tagung 2022

„Geschlechtermodelle bei Grimmelshausen und
in der Literatur der Frühen Neuzeit“

23.–25. Juni 2022 in Oberkirch und Renchen

Die Frage nach Facetten und Dimensionen der Darstellung und Reflexion von Geschlechtermodellen in literarischen Texten ist ein zentraler Bestandteil der literarischen Anthropologie, der Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der Literatur. Als solche war sie auch in der literaturwissenschaftlichen Frühneuzeitforschung schon häufig und in unterschiedlichen Ausprägungen Gegenstand des Interesses. Auf der geplanten Tagung der Grimmelshausen-Gesellschaft gilt es, in kritischer Interaktion mit in den vergangenen zwanzig Jahren nochmals beträchtlich avancierten Erkenntnissen einer sozialwissenschaftlichen und historischen Geschlechterforschung, die auch Fragen von Lebensaltermodellen, von sozialer, kultureller, ethnischer und sexueller Diversität in die Untersuchung einbezieht, zu neuen Erkenntnissen mit Blick auf die Literaturgeschichte des 17. Jahrhunderts zu gelangen. Dabei gehen wir, den Gepflogenheiten der Grimmelshausen-Tagungen folgend, aus vom auch in genderhistorischer Hinsicht epochalen Œuvre Grimmelshausens und beziehen von dort aus weitere Dimensionen der deutschen und europäischen Literaturgeschichte ein. Besonderes Interesse verdient hierbei die von Autorinnen verfasste Literatur in einer Zeit, in der Poeterei und gelehrtes Schreiben, aber auch Unterhaltungsliteratur weitestgehend eine männliche und männlich codierte Angelegenheit waren.

Die Tagungskapazitäten sind begrenzt. Die Auswahl der Vorträge übernimmt eine vom Vorstand der Grimmelshausen-Gesellschaft eingesetzte Kommission. 

Vortragsangebote bitte an:

Prof. Dr. Dirk Werle, Universität Heidelberg, Germanistisches Seminar, Hauptstr. 207–209, D-69117 Heidelberg; E-Mail: dirk.werle@gs.uni-heidelberg.de; oder

Prof. Dr. Jörg Wesche, Universität Göttingen, Seminar für Deutsche Philologie, Käte-Hamburger-Weg 3, D-37073 Göttingen, E-Mail: joerg.wesche@uni-goettingen.de